Es ist Fasnet und überall laufen Menschen kostümiert durch die Gegend. Wir sind gerade auf einer Runde entlang der Argen als uns ein Pärchen entgegen kommt. An sich schon aufregend genug für unsere Aiyana, sie ist mit mir alleine unterwegs, aber irgend etwas ist besonders seltsam.

Aiyana bleibt unvermutet stehen, hört sie doch ein wohl bekanntes und immer für Aufregung sorgendes Geräusch - eine Kuhglocke. Auf unserem Weg begegnet uns doch tatsächlich eine Kuh auf zwei Beinen, ein "Fasnetshäs". Und die Krönung, zumindest in Aiyanas Ohren, ist die mitgetragene Kuhglocke. Unser Wölfchen hat mit den Huftieren im Allgäu ja schon so einige Erfahrungen gemacht, meist recht negative, sind die Allgäuer Rinder doch sehr forsch im Umgang mit "Eindringlingen". Und dieses Geräusch weckt bei ihr, trotz anderer optischer Signale, schlechte Gefühle.

Sie versucht in aufkommender Panik der "Kuh" auszuweichen, was die beiden Zweibeiner mit einem Grinsen quittieren. Sie erkennen jedoch recht bald die Zusammenhänge und nehmen die Glocke während wir aufeinander treffen erst mal außer Betrieb. Eine kurze Unterhaltung klärt dann schnell die Situation und die beiden erzählen mir dass sie das direkte Auftreten der Huftiere auf den Alpen sehr wohl selbst kennen.

Jetzt müssten wir die Tatsache dass Aiyana auf die Kuhglocken entsprechend reagiert nur noch zu unserem Vorteil nutzen. Da sie zuletzt versucht hat unseren fast zwei Meter hohen Holzzaun zu überklettern könnten wir ja oben ein Seil mit Glocke anbringen. Das würde sie dann berühren und das Gebimmel auslösen, aber sicher nur einmal und zukünftig die "Sperranlagen wohl eher meiden.

Wenn wir am Abend in unserem Wohnzimmer sitzen und uns von der Glotze berieseln lassen kommt es hin und wieder vor das unsere Abeni doch sehr an der präsentierten Unterhaltung interessiert scheint.


tvguck01Da kam heute eine nette Dokumentation aus dem Tierreich, Abeni liegt schon mal in hab-acht-Stellung auf dem Sofa. Landschaftsaufnahmen sind nicht so ihr ding, da guckt sie nur etwas gelangweilt in die Flimmerkiste.


tvguck02Dann erweckt etwas ihre Aufmerksamkeit. Es sind die sich bewegenden Objekte die immer etwas sehr anziehendes zu haben scheinen. So sitzt sie also auf dem Sofa, während Aiyana im Hintergrund genüßlich gähnt, und fixiert das was sich da auf dem Bildschirm tut.

 


tvguck01Eine Bärenfamilie zieht durch eine verschneite Landschaft. Faszinierend. Aber es müssen nicht immer die größten Tiere sein. Es reichen auch mal ein paar Hirsche, Hasen, Gazellen, Giraffen oder was man sich sonst noch so vorstellen kann. Heulende Wölfe sind natürlich auch immer ein Hit.


tvguck02Und dann ist die Szene vorbei und Abeni verfällt wieder in die gleiche, gelassene Aufmerksamkeit von vorher. Sie wartet aber wohl auf die nächste Einstellung in der irgendwelche Tiere vorkommen, Menschen sind nämlich nicht ihr Interessengebiet wenn es ums Fernsehen geht.

Immer wieder gibt sich unsere Shila Aiyana gegenüber sehr Ablehnend. Das kleine Wölfchen nähert sich ihr und Shila zeigt schon bei Unterschreitung eines zwei Meter Abstandes die Zähne. Der nächste Schritt ist ein deutliches Knurren welches schließlich durch das plötzliche Schnappen in Aiyanas Richtung beendet wird. Kommt es zu einem direkten Kontakt schreitet Banu Maß regelnd ein wobei sich das zwar Aiyana, nicht jedoch unsere "Oma" gefallen lässt und so entstand auch schon mal ein ernster Streit zwischen den Erwachsenen. Da sich Shila ganz gerne mal in die Wohnzimmer- oder auch die Küchentür legt müssen wir immer mal wieder regulativ einschreiten.
Beobachtet man Abeni so fällt auf dass diese die Probleme mit Shila überhaupt nicht hat sonder ihr quasi auch über die Schnauze hinweg einen Raum verlassen bzw. betreten kann. Abeni aber ist dabei sehr selbstsicher, sie läuft völlig entspannt und sucht vor allen Dingen keinen Blickkontakt mit Shila. Und da scheint das eigentliche Problem zu stecken, Aiyana ist Shila gegenüber zu aufdringlich da sie ihr immer in die Augen sehen will, außerdem noch die "Anbiederung" mit ihrer allzu unterwürfigen Haltung. Nein, da muss Shila dann einfach gleich von vorne herein klar stellen dass mit ihr kein Spielprogramm gemacht werden kann, aber das muss Aiyana wohl noch lernen.

Am Ufer der Argen sitzend
höre ich lediglich das Rauschen des Wassers
das sich gurgelnd naturbelassene Stufen
zum Schwäbischen Meer hinab schlängelt.


traeumerei02

Ich weiss, sie sind da,
irgendwo um mich herum schleichen, rennen, springen
ihre schlaken Körper durch das Unterholz,
auf der Suche nach Abenteuern,
die hier reichlich zu finden sind.
und sie zwingen meine Gedanken ihnen ins Dickicht zu folgen,
sich auf vier Pfoten hinter ihnen her
immer ihrer Nase nach auf ihre Pirsch zu begeben.

Hin und wieder strecken wir unsere Köpfe
durch die dichte Uferböschung,
mich selbst kontrollierend, ob ich noch da bin
oder ob meine Tagträume längst
die Oberhand gewonnen haben.

 

Da stupst mich von der Seite
eine feuchte Nase an und meint:
"Hey du, was machst du grad?
Träumst du?
Kraul mir doch mal das Fell
und gib mir ein Leckerchen."
Nun, wie du meinst mein Wölfchen, hier hast du.

 

So möchte ich den ganzen Tag verweilen
wenn nicht irgendwann ein Störenfried
die Ruhe und Vertraulichkeit des Augenblicks zerreist
und uns alle in Alarmbereitschaft versetzt.
Ach, geh doch weiter und lass uns
in unserer Traumwelt zurück bis der nahende Abend
keine Zeit mehr für Gedankenwelten lässt.

 

Dann ist er wieder verschwunden
uns überkommt erneut die Sanftheit unseres Augenblicks
die mich zu vorher nicht gekannten Orten der Ruhe führt.
So liegen nun meine Gefährten an meiner Seite
darauf wartend dass ich mich erhebe
das Zeichen für den Reiseantritt gebe
zurück aus unserer Phantasie und wir den Heimweg antreten
den ewig können wir hier leider nicht bleiben.

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